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Treppenlift für Hunde: Gibt es sowas?

Treppenlifte sind in erster Linie Mobilitätshilfen für Menschen. Bekanntlich ist jedoch ein guter Freund, das Beste, was es gibt auf der Welt. Und der Hund ist nunmal der beste Freund des Menschen. Was also tun, wenn der Hund die Treppe noch oder nicht mehr alleine überwinden kann und ein enges Mitglied der Familie ist? Tatsächlich kann ein sogenannter Hundelift hier Abhilfe schaffen. Erfahren Sie mehr über Varianten, Einbauvoraussetzungen, Kosten und Anbieter

Hundelifte für junge und alte Hunde aller Rassen

Nicht immer sind es Altersleiden wie etwa Gelenkprobleme, Arthrose und Co. Auch rassespezifische Erkrankungen, Beeinträchtigungen nach Unfällen oder Verletzungen (z. B. eine Amputation), neurologische Probleme und ernsthafte Krankheitsbilder wie eine Querschnittlähmung erfordern dringenden Handlungsbedarf. Selbst ohne vorliegende Krankheit kann es sinnvoll sein, die Wirbelsäule von Hunden beim Treppensteigen zu entlasten. 

Kann man den Hund nicht selber tragen?

Nicht jeder Hund ist ein Schoßhund. Tiere mit einen Gewicht von maximal 10 oder 12 Kilo (z. B. Dackel, Mops, Foxterrier, Chihuahua, Malteser, Havaneser) mögen für die meisten Halterinnen und Halter “tragbar” sein. Schäferhunde, Golden Retriever und Labradore wollen hingegen die wenigsten auf den Arm nehmen.

Zudem soll sich der Hund (wenn möglich) auch eigenständig in Wohnung oder Haus bewegen können. Auch älteren Personen fällt es schwer, selbst kleine Rassen jedesmal zu tragen. Das gilt vor allem, wenn auch Halterinnen oder Halter das Hindernis Treppe nicht mehr eigenständig bzw. schmerzfrei überwinden können. 

Plattformlifte: die Möglichkeiten für Hunde

In erster Linie kommen für Hunde sogenannte Plattformlifte infrage. Statt mit einem Sitz (wie beim Sitzlift) sind diese mit einer großen, rutschfesten Plattform ausgestattet. Diese ist prinzipiell groß und tragfähig genug, um Rollstühle samt Passagier von Etage zu Etage zu befördern. Somit ist auch ausreichend Platz für die Hundetransportbox oder ein bequemes Körbchen vorhanden.

Preise und weitere Eckdaten von Plattformliften:

  • bis zu 300 kg Tragfähigkeit
  • Treppen Mindestbreite von 100 cm (Kurven-Plattformlift)
  • 140 cm Platzbedarf vor erste Stufe (Kurven-Plattformlift)
  • Treppen-Mindestbreite 90 cm (gerader Plattformlift)
  • 120 cm Platzbedarf vor erster Stufe (gerader Plattformlift)
  • Neupreise ab 9.000 Euro
  • Gebrauchte Lifte ab 6.300 Euro

Einbau-Voraussetzungen beachten

Ein Treppenlift benötigt unabhängig von seiner Bauform Schienen. Diese wiederum beanspruchen – ebenso wie Fahrmodul, Sitz und / oder Plattform – Raum in der Breite. An notwendigen Treppen im Einfamilienhaus müssen trotz montiertem Lift 80 cm Mindestlaufbreite vorhanden sein. Im Mehrfamilienhaus gelten sogar 80 cm Mindestlaufbreite als Voraussetzungen. 

Infos zum Treppenlift-Einbau

Hublifte (ohne Schienen) für geringe Höhenunterschiede

Eine Alternative zum Plattformlift für Hunde ist der Hublift (Hundeaufzug). Dieser ist streng genommen kein Treppenlift, weil er parallel zur Treppe montiert wird und senkrecht auf und ab fährt. Bei geringen Höhenunterschiedenen (vor allem im Außenbereich) ist er die ideale Lösung für Hunde.

Preise und weitere Eckdaten von Plattformliften:

  • bis zu 350 kg Tragfähigkeit
  • ab 5.500 Euro Neupreis inkl. Einbau / Montage
  • keine Schienen notwendig
  • perfekt für geringe Höhenunterschiede im Innen- und Außenbereich

Modelle für Mensch und Tier: zusätzlich eingeschränkte Mobilität des Halters?

Sollte nicht nur der Hund, sondern auch sein Halter Probleme beim Treppensteigen haben, empfehlen wir, eine Bauform zu wählen, die sowohl Hund als auch Herrchen und Frauchen dient. Reicht beispielsweise ein Sitzlift für den Halter aus, macht es eventuell keinen Sinn, in einen deutlich teureren Plattformlift zu investieren. 

Sitzlifte sind mit (ab) 3.500 Euro Neupreise (für gerade Treppen) deutlich günstiger. Gebrauchte Sitzlifte bekommt man bereits ab 2.700 Euro. Private Angebote sind noch einmal günstiger – Komplettpreise inklusive Schiene, Einbau und Gewährleistung erhält man jedoch nur beim Fachhändler.

Zuschüsse (meistens) nur für Menschen

Die Pflegeversicherung beteiligt sich mit bis zu 4.000 Euro pro Person an wohnumfeldverbessernden Maßnahmen. Sitzlifte, Hublifte und gebrauchte Plattformlifte lassen sich darüber also oft bereits komplett finanzieren. 

Voraussetzung ist, dass der Lift in erster Linie dem Menschen dient und ein Pflegegrad (mindestens Pflegegrad 1) vorhanden ist. 

Unabhängig vom Pflegegrad des Hundehalters beteiligt sich die staatliche Förderbank KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) mit bis zu 5.000 Euro pro Wohneinheit an barrierefreien Umbauten (nur solange Bundesmittel bereitstehen). Alternativ dazu gewähren KfW und Landesbanken zinsgünstige Förderkredite für Eigentümer und Mieter.

Eine Ratenzahlung zur Verteilung der finanziellen Belastung bieten fast alle Treppenlift-Anbieter und -Händler an. 

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Tipps für den Hundelift-Kauf: 

  • geräuscharmes Modell wählen
  • Hundetransportbox montieren lassen
  • ausreichend große Plattform wählen
  • eigene Mobilität hinterfragen
  • bei Bedarf Pflegegrad beantragen
  • Finanzierungshilfen prüfen
  • Angebote vergleichen
  • persönlich beraten lassen
  • Machbarkeitsprüfung vor Ort durchführen

Hundelift selber bauen?

Im Internet (z. B.) auf YouTube finden sich zahlreiche Videos von Hundehaltern, die beispielsweise einen Flaschenzug für Hunde selber bauen. Solche Lösungen sind sogar für hohe Balkone ohne Treppen geeignet. Wer technisch versiert ist, kann sich gerne daran probieren. Für alle anderen gilt: lieber auf Nummer sicher gehen und auf TÜV-geprüfte Modelle vom Fachhändler setzen. 

Unser komplettes Info-Angebot:

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